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Quelle: Pumpen + Kompressoren September 1996
Speziell konstruierte Radial-Wellendichtringe als Alternative zur Gleitringdichtung

Wenn es darum geht, besonderen Anforderungen gerecht zu werden, ist in der Regel eine genormte Dichtung überfordert. Bei großen Drücken, hohen Temperaturen, großen Geschwindigkeiten, aggressiven Medien und Trockenläufen sind spezielle Lösungen nötig.

Auch verlangt ein gewachsenes Umweltbewusstsein bei Dichtungen immer mehr nach neuen Alternativen. Für diese Fälle gibt es Dichtungen in Sonderanfertigungen, einem Bereich, dem sich Prezetak mit den unterschiedlichsten Bauformen von Wellendichtungen aus PTFE angenommen hat. Der wichtigste Funktionsbereich eines Wellendichtringes ist die mit der Oberfläche der rotierenden Welle in Kontakt befindliche Dichtlippe. Da der Anwender eine möglichst lange Standzeit der Dichtung anstrengt werden häufig höchste Kosten für die Gestaltung der Wellenoberfläche in Kauf genommen. Ein Umstand, der dem Bemühen um Kosteneinsparung genau entgegenläuft. Hier hat sich Prezetak bemüht, Dichtungen aus PTFE oder PTFE-Compounds zu fertigen, die nicht die geringsten Anforderungen hinsichtlich der Qualität an die Welle stellen.

Prelonring Typ V/IV

In seiner Bauart einmalig stellte sich der Prelonring Typ V/IV als technische Neuheit vor. Seine Besonderheit besteht darin, dass dieser Radialwellendichtring zweiteilig und in seiner Wirkungsweise einer Gleitringdichtung ähnlich ist. Ein Verschleiß auf der Welle findet- wie man es vom Wellendichtring der herkömmlichen Bauart kennt- nicht statt, da die Welle nicht dynamisch, sondern statisch abgedichtet wird. Die Reibungsverluste sind äußerst gering. Der Prelonring zeichnet sich im wesentlichen dadurch aus, dass der Verschleiß an der gekammerten Dichtlippe durch ihr selbständiges Nachstellen ausgeglichen wird. Des weiteren besteht der besondere Vorzug dieses Wellendichtringes in seiner Anspruchslosigkeit, da er weder Anforderungen an den Wellenwerkstoff noch an die Beschaffenheit ihrer Oberfläche stellt. Seine Anwendung erstreckt sich im Temperaturbereich von – 130 bis + 200 °C bei einer Umfangsgeschwindigkeit von maximal 25m/s. Die Druckbelastbarkeit beträgt bis 6bar, wobei er ausgezeichnete chemische Beständigkeit aufweist und einen Trockenlauf möglich macht. Wellen von 30 bis 400 mm Durchmesser können mit diesen Prelonringen ausgestattet werden.

Prelonring Typ VII

Der Wellenring wurde für höchste Ansprüche bei Wellendurchmessern von 20 bis 700 mm konzipiert. Er ist die Lösung zur Trennung von zwei verschiedenen Medien. Aggressive oder klebrige Medien, Trockenlauf, hohe oder sehr niedrige Temperaturen, Druck oder Vakuum, Wellenschlag und Exzentrizität setzen dem Einsatz von Wellendichtringen aus Elastomeren sehr frühe Grenzen. In solchen Fällen kann der Prelonring Typ VIII eingesetzt werden.

Der Aufbau ist analog dem Prelonring Typ V/IV: Ein Reiben auf der Welle findet kaum statt, da der Mittering durch Vorspannung eine Einheit mit der Welle bildet. Durch die besondere Konstruktion sind Wellenschlag oder Mittigkeitsabweichungen bis zu 3 mm zulässig. Seitlich angeordnet vom Mittelteil ist jeweils eine Dichtlippe, die selbständig nachspannend ist. Daher konnte auf den Einsatz von Federn ganz verzichtet werden. Eine zusätzliche Dichtwirkung wird durch das Labyrinth der gegebenen Form des Prelonringes erreicht.

Obwohl beide Radial-Wellendichtringe durch Vorspannung in der Bohrung gehalten werden, befinden sich zwecks zusätzlicher Sicherheit auf ihrem Umfang noch zwei Sekundärdichtungen ( O-Ringe) aus Viton. Da die Auswahl der Werkstoffe für Prelonringe sehr groß ist, werden vielfältige Einsatzschwerpunkte ermöglicht. Diese reichen von Pumpen und Mischern bis hin zum allgemeinen Maschinenbau.
 


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