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Als Dichtwerkstoffe kommen Gummiwerkstoffe
und verschiedene Kunststoffe zum Einsatz. Für einen
ausführlichen Überblick sei an dieser Stelle das „Handbuch
Dichtungspraxis“ (Hrsg. Wolfgang Tietze, Vulkan Verlag
Essen) empfohlen.
Hier möchten wir uns auf einige
Schlaglichter zu den Gummiwerkstoffen (Elastomere) sowie
einige ausgewählte Kunststoffe, insbesondere PTFE
beschränken.
Elastomere sind die Werkstoffe für
O-Ringe, Standard-Wellendichtringe, Abstreifer und viele
andere Dichtelemente. Sie haben als Gemeinsamkeit ein
dauerelastisches Verhalten; sie unterscheiden sich durch
ihre chemische, thermische und mechanische Beständigkeit.
Eine Orientierung dazu finden Sie hier.
Download (pdf-Dateien):
[ Elastomere
in der Dichtungstechnik ]
[
Chemische Beständigkeit von Elastomeren ]
[
Chemische Beständigkeit von Kunststoffen in der
Dichtungstechnik ]
Ausgewählte Kunststoffe
PTFE
Das teilkristalline Polytetrafluorethylen stellt sich als
nahezu vollständig von Fluoratomen umhüllte Kohlenstoffkette
dar. Bei dieser Kohlenstoff- Fluor-Verbindung handelt es
sich um eine der stärksten Bindungen der organischen Chemie
dar. Darauf basiert die hohe chemische und thermische
Beständigkeit des PTFE.
PTFE Compounds
Das Einmischen von Füllstoffen bzw. die Herstellung von
PTFE-Compounds führt zu Verbesserung von
Verschleißfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit bzw. zur
Reduktion des Kaltflusses und der Wärmedehnung. Darüber
hinaus kann die elektrische Leitfähigkeit und das
Verschleißverhalten des Gegenlaufpartners beeinflusst
werden.
Chemische Beständigkeit
Weder Lösungsmittel noch Säuren verändern die Eigenschaften
von PTFE.
Der Einsatz in Kältemitteln führt zu einer reversiblen
Gewichtszunahme von 4 … 10 %.
Eine chemische Reaktion tritt nur mit geschmolzenen oder
gelösten Alkalimetallen ein.
Bei höheren Temperaturen und Drücken reagiert PTFE mit
elementarem Fluor- und Chlortrifluorid.
Monomere wie Styren, Butadien oder Acrylnitrid können in
geringem Umfang in PTFE eindringen, was zum Aufquellen
führen kann.
Licht- und Witterungsbeständigkeit
PTFE weist eine hervorragende Licht- und
Witterungsbeständigkeit auf.
Energiereiche Strahlung
PTFE zählt nicht zu den Strahlungsbeständigen Werkstoffen.
Brennbarkeit
Fluorpolymere sind unter den Kunststoffen am schwersten
entflammbar. In einer Fremdflamme entzünden sich (bei 500 ….
560 °C) die gasförmigen Zersetzungsprodukte.
Wasseraufnahme
Auch nach langen Einlagerungen in Wasser kann nach DIN
53472/8.2 keine Wasseraufnahme festgestellt werden.
Physiologische Eigenschaften
PTFE ist physiologisch inert. Die Beständigkeit gegen
Heißdampf erlaubt eine gute Sterilisationsfähigkeit in der
Pharma- und der Lebensmittelindustrie.
Gleitverhalten
PTFE weist unter allen festen Werkstoffen den niedrigsten
Reibkoeffizienten auf. Zudem ist der statische und der
dynamische Reibungskoeffizient nahezu gleich, was einen
"stick-slip"-Effekt ausschließt.
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